„Jámas und beste Böen“
rund 140 nautische Meilen voller Sonne, Segelspaß und griechischer Lebensfreude!“
Vom 11. bis 18. Oktober 2025 hieß es für 23 Seglerinnen und Segler des HiSC wieder: Leinen los! Der alljährliche Segeltörn führte diesmal nach Lavrion in Griechenland, und Poseidon hatte sichtlich gute Laune. Strahlender Sonnenschein, angenehme 23 Grad, perfekte Winde – und dazu jede Menge Vorfreude auf eine Woche zwischen tiefblauem Meer, weißen Häfen und den prall gefüllten Segeln. Schon beim ersten „Jámas!“ war klar: Das wird eine legendäre Woche.
Auf drei Booten starteten die Crews zu insgesamt 140 nautischen Meilen voller Wind, Wellen und guter Laune. Die „Orfeas“ – eine Sun Odyssey 440 – stand unter dem Kommando des eingespielten Skipper-Duos Jan Martinus und Norwin, die ihre sechsköpfige Crew mit sicherer Hand, trockenem Humor und klaren Kommandos durchs Ägäische Meer führten. Schnell wurde deutlich: „Jámas gehört zum Segeln wie das Salz zur Gischt und der Wind ins Gesicht!“
Die Anreise verlief, wie es sich für eine Segelcrew gehört, auf ganz unterschiedliche Weise. Einige reisten schon am Freitag entspannt an, um Athen zu erkunden oder sich in Lavrion einzustimmen, während andere erst am Samstagmittag eintrafen – teils direkt vom Flughafen in die Marina. Am Abend saßen dann alle gemeinsam an einem langen Tisch bei griechischem Wein, frisch gegrilltem Fisch und den ersten Geschichten aus vergangenen Törns. Es wurde viel gelacht, viel angestoßen – und spätestens da war klar: Diese Truppe ist bereit für jedes Abenteuer.
Die Bootsübergabe am Freitag verlief zunächst reibungslos – die „Orfeas“ präsentierte sich in bestem Zustand, zumindest auf den ersten Blick. Etwas später stellte sich heraus, dass einer der beiden Fäkalientanks bereits gut gefüllt übernommen worden war. Ein kleiner Lapsus, der in der Woche immer wieder für Gelächter sorgte – und zum Running Gag des Törns wurde. Poseidon wollte offenbar, dass uns nie der Gesprächsstoff ausgeht.



Am Sonntagmorgen hieß es dann endlich: Segel setzen! Nach einer ausführlichen Sicherheitseinweisung und Bootsbegehung ging es los in Richtung Vourkari-Bucht auf Kea. Sonne, Wind und Meer lieferten perfekte Bedingungen, und schon nach kurzer Zeit rauschte die „Orfeas“ elegant durch die Wellen. Am Nachmittag liefen alle Boote fast gleichzeitig in die geschützte Bucht ein – ein Anblick, der Seglerherzen höherschlagen ließ.
Am Abend zauberte Bordkoch Jona das erste von vielen kulinarischen Highlights. Warmer griechischer Salat und Ouzo mit Feta (natürlich!) und Pilzen. Schnell wurde klar: Feta, Oliven und Ouzo würden uns in dieser Woche treu begleiten – in allen Variationen und zu jeder Tageszeit. Bei Sonnenuntergang wurde auf Deck Musik gespielt, gelacht und mit Mythos und griechischem Wein angestoßen. Der Song „Sonnendeck“ wurde inoffiziell zur Hymne des Törns – und das wohlverdiente erste „Ankerbier“ schmeckte nach purem Urlaub.
Wie am Vorabend begann auch der Montagmorgen mit einem erfrischenden Sprung ins türkisfarbene Wasser. Nach dem Frühstück hieß das Ziel: Megas Lakos Sakkos-Bucht bei Syros. Bei guten Winden erreichten die Boote am Nachmittag ihr Ziel – und wer dachte, der Tag würde ruhig ausklingen, wurde eines Besseren belehrt: Es war Svens 27. Geburtstag! Die „Orfeas“ wurde kurzerhand zum Aperitif-Hotspot der Flottille. Mit Oliven, Gebäck und allerlei flüssigen Köstlichkeiten wurde ausgiebig gefeiert – natürlich mit griechischer Musik, spontanen Tanzeinlagen und lautstarken „Jámas!“-Rufen. Der Liebe Norwin und „Wolla“ verköstigten so einige Biersorten.


Am nächsten Tag lag der Hafen von Ermoupoli auf Syros vor dem Bug. Hier konnten alle drei Boote nebeneinander festmachen. Der Hafenmeister – eine wandelnde Stil-Ikone mit Sonnenbrille, Goldkettchen und markantem Schnauzer – sorgte für die passende Unterhaltung, während sich die Crews mit Strom, Wasser und Vorräten versorgten. Ein abendlicher Stadtbummel durch die marmorglänzenden Gassen von Ermoupoli und ein gemeinsames Abendessen zweier Crews am langen Tisch einer Stadttaverne rundeten den Tag ab. Die Nacht war weniger erfreulich: Die ablegenden Fähren sorgten für ordentliche Wellen – und das sanfte Schaukeln der Boote wurde zu einer sehr lebhaften Erfahrung.
Weiter ging es in Richtung Kythnos. Nicht alle fanden im kleinen Hafen Platz, weshalb die „Orfeas“ in die malerische Kolona-Bucht auswich – ein echter Geheimtipp unter Griechenland-Seglern. Hier gibt es nicht nur glasklares Wasser, sondern auch heiße Quellen, in denen sich die Crew nach einem langen Segeltag wohlig entspannen konnte. Und während andere Boote noch manövrierten, hatte Angler Sven bereits drei Fische gefangen – fangfrisch, filetiert und von Jona in ein köstliches Abendessen verwandelt. So schmeckt Segeln!
Am Donnerstag zeigte sich das Ägäische Meer dann von seiner sportlichen Seite: Böen bis zu 30 Knoten sorgten für ordentlich Lage, aber auch für strahlende Gesichter. Mit bis zu 8,8 Knoten Fahrt pflügte die „Orfeas“ durchs Wasser – echtes Segelglück! Ziel war die Bucht vor dem Poseidon-Tempel auf Kap Sounion. Unter dem beeindruckenden Tempel des Meeresgottes fand die Crew einen der schönsten Ankerplätze des Törns. Jan und Norwin legten großen Wert darauf, dass alle einmal selbst das Steuer übernahmen. „Nur wer mal schief im Wind steht, weiß, wie sich Freiheit anfühlt“, meinte Jan augenzwinkernd – und niemand widersprach.
Am Freitagmorgen brachte Patrick, der erfahrene Dinghi-Pilot, die Crew sicher an Land zum Tempelbesuch. Die Aussicht war atemberaubend, die Stimmung ehrfürchtig – und vielleicht spürte man dort oben auch ein wenig Stolz darüber, was in dieser Woche alles erlebt, gelernt und gemeinsam geschafft wurde.
Zurück in Lavrion wurde der Törn gebührend gefeiert – mit griechischem Wein, kaltem Bier, reichlich Ouzo und noch mehr Lachen. Bei lauen Abendtemperaturen klang der Abend mit Geschichten über Segelmanöver, Missgeschicke und die schönsten Momente der Woche aus. Die nachgetankten 26 Liter Diesel zeigten eindrucksvoll, dass in dieser Woche wirklich gesegelt und nicht getuckert wurde.
Am 18. Oktober hieß es schließlich Abschied nehmen. Die meisten traten mit etwas Wehmut, aber vielen Erinnerungen den Rückflug nach Deutschland an. Einige blieben noch ein paar Tage in Athen – schließlich sollte man einen griechischen Törn stilvoll ausklingen lassen.

Zurück bleibt eine Woche voller Sonne, Wind, Meer, Musik, Teamgeist und ganz viel guter Laune. Ein herzliches Dankeschön geht an die Skipper Jan & Norwin und Wolla, die mit sicherem Gespür und Ruhe jede Situation meisterten, und natürlich an Roland, der die gesamte Organisation der Griechenland-Tour perfekt vorbereitet hatte.
Und so bleibt am Ende nur zu sagen: Jámas – auf den nächsten Törn



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