Martin Herzberg ging in diesem Jahr erstmals für den HiSC im Laser
Radial bei der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft an den Start.
Hier ist sein Bericht.
Hallo Leute,
ich möchte euch gerne von unserer Woche bei der Internationalen Deutschen
Jugendmeisterschaft im Laser Radial berichten. Diese Meisterschaft war
die erste, bei der ich selber mitgesegelt bin.
Alles fing damit an, dass wir unsere Boote verluden, die Segelsachen einpackten
und die Wohnmobile beluden. Alles war in Ordnung und nichts konnte mehr
schief gehen. Auf der Fahrt gab es dann aber doch ein paar Probleme. Am
Auto meines Bruders Alexander, der sich auch zur IDJM qualifiziert hatte,
gab es ein kleines Problem mit dem Kühlwasserstand. Alle 80-100 km
leuchtete die Warnleuchte auf und wir mussten Kühlwasser nachfüllen.
Das kostete Zeit, trotzdem hatten wir eine lustige Fahrt.
Nach der langen Reise kamen wir endlich kurz vor Mitternacht am Segelclub
in Ribnitz an. Hier konnten wir unseren Trailer mit den Booten und das
Motorboot, das wir vom SVNRW gemietet hatten, abstellen. Ein freundlicher
Helfer lotste uns dann zum Sportplatz, auf dem wir mit den Wohnmobilen
und Zelten die nächste Woche verbringen sollten. Dieser Sportplatz
lag ca. 1km vom Club entfernt. Wir stellten die Fahrzeuge auf dem Parkplatz
ab und gingen schlafen.
Der Donnerstag war vorbei.
Am Freitag frühstückten wir dann zusammen und suchten uns einen
Stellplatz für unsere Wohnmobile. Danach fuhren wir alle mit mitgebrachten
Fahrrädern zum Club, um die Boote abzuladen. Da wartete auch schon
Katrin Böhmer, unsere Trainerin, die uns auch in Plön und Koudum
schon wichtige Segelkenntnisse beigebracht hatte und schon fast zur Familie
gehört. Auch meine Oma Hildegard, die Ihren Urlaub hier verbrachte,
und uns beim Segeln zusehen wollte, war da.
Wir bauten unsere
Boote auf und ließen das Motorboot zu Wasser. Am Freitag trainierten
Alexander und ich dann auf dem Saaler Bodden. Eine Trainingseinheit Vormittags
und nach der Mittagspause noch eine Nachmittags.
Am Abend kochte mein Vater Nudeln und wir aßen uns satt. Spät
am Abend kamen dann noch Freunde aus Remscheid, die sich auch für
die Deutsche Meisterschaft qualifiziert hatten
Der Samstag begann mit einem ausgiebigen Frühstück, an das sich
schnell das Training für den heutigen Tag anschloss. Am Samstag trainierten
wir nun mit mehreren Leuten und auch Katrin hatte sich mit Astrid eine
aufmerksame Co-Trainerin mit ins Boot genommen. Trotz der Anstrengung
auf dem Wasser blieb aber auch genügend Zeit für den Spaß.
Der Tag ging zu Ende und mein Vater, der sich um unser leibliches Wohl
kümmerte, kochte wieder mal Nudeln. Diesmal aber mit Käsesoße.
Am Sonntag mussten
wir zunächst zur Kontrollvermessung mit den Booten und Zubehör.
Anschließend trainierten wir noch und Abends startete dann die Deutsche
Meisterschaft mit dem Willkommensabend, der auf dem Marktplatz in der
Stadt stattfand. Hier wurden die verschiedenen Bundesländer mit Ihren
eigens entworfenen T-Shirts und Landesflaggen fotografiert. Auch wir hatten
von unseren Eltern blaue T-Shirts bekommen mit der Aufschrift Team NRW
und dem Laserzeichen. Danach ging es zum Club, wo verschiedene Reden und
der ganze andere Kram besprochen wurde. Bei diesem Treffen waren alle
Teilnehmer - auch die Optis, die gleichzeitig ihre IDJüM segelten
-dabei.
Der Höhepunkt des Abends war der Start von Heißluft Lampions,
die jeweils zwei Segler aus dem Landesteam starten lassen durften. Für
NRW waren dies mein Bruder Alexander und Christina, die wir schon von
der Bever kannten. Bei herrlichem Wetter und kurz nach einem schönen
Sonnenuntergang stiegen die Lampions bei wenig Wind in den klaren Sternenhimmel.
Das war schon beeindruckend.
Am nächsten Morgen
konnte sie also endlich losgehen, die Regata, und ich war schon sehr auf
den Tag gespannt.
Der erste Regattatag fing dann auch direkt mit Sturm und starken 7 Windstärken
in Böen bis 8 an, sodass wir nur eine Wettfahrt hinbekamen und danach
reinfahren mussten.
Am nächsten Tag wurde wegen Sturmwarnung nicht gesegelt, und so gingen
wir Nachmittags in die nahegelegene Boddenterme.
Der nächste Tag,
es war bereits Mittwoch, war dagegen die totale Flaute. Wir fuhren schon
um 8.00 Uhr raus, da der Wetterdienst für Morgens noch Wind angesagt
hatte, und wir versuchten kläglich, eine Wettfahrt hinzubekommen,
was am Ende gegen 17.00 Uhr auch endlich klappte. So fuhren wir dann um
19.00 Uhr in den Hafen und waren ungeschlagene 11 Stunden auf dem Wasser
gewesen. Nach den obligatorischen Nudeln mit Soße (heute gab es
Hackfleischsoße) und dem dazugehörigen Salat wurden wir heute
mit Dreischichtpudding belohnt. Anschließend war dann nur noch ein
Bett mein wichtigster Gedanke.
Donnerstag war dann etwas mehr Wind und unser Wettfahrtleiter versuchte
seine drei Läufe durchzuziehen, damit die Regatta auch als eine Deutsche
Meisterschaft gewertet werden konnte. Er schaffte drei Läufe und
hoffte auf guten Wind, der aber nur schwach bis mäßig wehte
und den Kleinen leichten Vorteile verschaffte.
Der letzte Tag wurde
noch mal richtig spannend. Wir fuhren wieder zwei Wettfahrten, sodass
wir einen Streicher bekamen. Diese beiden Wettfahrten waren meine besten,
da der Wind wieder auf 3-4 auffrischte. Anschließend fuhren wir
in den Hafen und dort herrschte natürlich das totale Chaos, da alle
ihre Motorboote und Schiffe so schnell wie möglich aus dem Wasser
holen und verpacken wollten. Bei 240 Optis, 124 Lasern und fast 70 Motorbooten
nicht verwunderlich.
Um 20.00 Uhr fand dann die Siegerehrung in der nahegelegenen Turnhalle
statt.
Mein Bruder belegte den 102 Platz und ich den 114 Platz der 124 Teilnehmer.
Gegen Bayern, Brandenburg und Berlin, die alle vorderen Plätze belegten,
hatten wir dieses mal keine guten Karten. Aber fürs erste Mal war
es noch akzeptabel und dabei sein ist alles.
Nach der Siegerehrung startete dann die große Seglerparty. Unsere
Freunde entschlossen sich, schon am selben Abend zu fahren, da einer der
drei zu einer clubinternen Regatta wollte. Wir blieben noch und fuhren
erst am nächsten Morgen nach Hause.
Die Deutsche Meisterschaft
war für mich eine sehr schöne und eine sehr hilfreiche Erfahrung.
An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei unserem
Vorstand für das gesponsorte Segel bedanken. Auch sage ich Danke
an Oma Hildegard, Astrid, Jojo und Papa, die als Betreuer mit guten Worten,
Müsliriegeln und Obst auf dem Wasser und einem rundum Sorglospaket
inklusive Verpflegung für uns gesorgt haben. Nur die zarten Weckaufrufe
hätten ruhig später am Vormittag sein können. Genauso danke
an Katrin, die für unser Vorbereitungstraining extra aus Stuttgart
gekommen ist.
Natürlich hoffe ich, nächstes Jahr wieder zur Deutschen Meisterschaft
fahren zu können
und genau wie mein Bruder für den HiSC starten zu dürfen. Ich
hoffe, Euch hat der Bericht gefallen und Ihr habt jetzt eine Vorstellung
davon, wie eine Deutsche Meisterschaft im Laser so abläuft.
Euer
Martin Herzberg
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