Samstagmorgen 4 Uhr, Abflug nach
Ibiza, Müdigkeit kämpft mit froher Erwartung auf meine
Lieblingsinsel seit 1979 , letzter Besuch vor 11 Jahren...
Erste Enttäuschung - Landung 6:30 im Dunkeln, hell wird es hier um diese
Jahreszeit erst
um 7:30 ! Nächster dicker Dämpfer - die Strasse vom Flughafen zur
Stadt zur Schnellstrasse
ausgebaut
, die Schnellstrasse Ibiza-San Antonio zur Autobahn - Beton Beton!
Kein freier Blick mehr auf die kleinen Fincas am Rande der Strasse inmitten
der typischen braunroten Erde! Entsprechend angefressen diverse Handy-Telefonate
-gegen neun Uhr am Hafen von San Antonio angekommen - mit den Jungs von Rumbo
Norte - Büro haben diese sparsamen Vercharterer nicht. Übergabe 17
Uhr lt. Vertrag - nichts da, wir sind müde und es ist schon verdammt heiß
. Versprochen wurde dann Rückruf um 11 Uhr - also erst mal ins Bistro-
tomar un cafe ! Und tatsächlich- das Handy bebte um 11- schnell die 200m
zurück zur Hafeneinfahrt, dort wartete Davide mit seinem Mountainbike-
Erkennung beiderseits natürlich erst, als wir Handy-palaverd voreinander
standen. Die Übergabe klappte schnell und nachdem der Ortsoberste von Rumbo
mir noch ca. ein Dutzend Unterschriften abgenötigt hatte - die deutsche
Bürokratie ist nada gegen die spanische - gehörte die Magui Cuarto
,eine 39 er Jeanneau , endlich uns , also Gisela, Henk, Doris und Wolfgang -
über die BSG Landschaftsverband noch schnell an Bord gezogen- Diethelm
und mich als Skipper und kundiger Reiseleiter.
Los ging´s am
Sonntagmorgen gegen 10 , natürlich bei blauem Himmel und Sonnenschein wie
an allen Tagen- Temperaturen tagsüber nahe an die 30, nachts kaum unter
20 Grad .
Leichter Wind kam auf , die Bucht von San Antonio wurde unter Segel verlassen
,Isla Conillera passiert und bei gemächlicher Fahrt glitt die westliche
Seite Ibizas an uns vorbei mit den malerischen Buchten Cala Tarida , Mala Moli,
Cala Vadella, an Steuerbord faszinierte der Blick auf die steil aufragenden
Felsen von Vedra und Vedranell, der Sage
nach
spannt sich manchmal nachts ein blauer Lichtbogen über die beiden Inseln.
Aus dem Windschatten der Insel heraus, frischte der Wind merklich auf und bei
3-4ft wurde Formentera anvisiert, in Küstennähe Kursänderung
in Richtung Espalmador unserem ersten Tagesziel. Dank Nachsaison gab es noch
einige freie mourings, um 18 Uhr nach langem ersten Segeltag lagen wir fest
in einer der schönsten Buchten des Mittelmeeres, das Wasser leuchtet hier
je nach Tiefe von dunkel -über türkisblau bis smaragdgrün, an
der Südseite ist das Wasser so flach, dass man bis zum Badestrand Illetes
von Formentera hinüberwaten kann.
Am
nächsten Morgen besuchte uns Gerd mit Olaf , die einige Stunden vor uns
von Ibiza Ciudad kommend , Espalmador erreicht hatten. Sie waren kurzfristig
von San Antonio umdirigiert worden wg. angeblichen Motorschadens ihres ursprünglich
gecharterten Schiffes. Für mittags hatten wir uns im Hafen von La Savina
auf Formentera verabredet, da Gerd jedoch den alten Yachthafen und wir den neuen
angesteuert hatten ,fanden wir nicht mehr zusammen, anderntags startete seine
Crew wieder in Richtung Ibiza . Nach einem kurzen Interview von Pro 7 mit unsrer
Crew - der Sender machte gerade Aufnahmen für ein Ibizaportrait - fuhren
wir mit dem Bus nach Pujols, dem einzigen Ort auf Formentera, wo lebhafter Tourismus
herrscht, genossen bei einem Spaziergang über die Strandpromenade die herrliche
Aussicht auf Ibiza mit es Vedra und beendeten den Tag bei einem gemütlichen
Abendessen in der Minibar .
Entsprechend unserem Törnplan segelten wir anderntags die Westküste
entlang, passierten die Südseite mit dem 10 km langen Mitjorn Strand und
warfen am späten Nachmittag in der Felsenbucht von es Calo Anker.
Nach erfrischendem Bad bei Sonnenaufgang hieß es Kurs 360 Grad auf Ibiza.
Nach dem obligatorischem Crewfoto vor der Altstadt Dalt Vila segelten wir die
Küste entlang mit Ziel Santa Eularia, da der Wind kräftig zulegte,
schoben wir noch einige lange Schläge hoch am Wind ein, unsere Gisela knackte
dabei fast die 8 Kn. Am späten Nachmittag besuchten wir noch den Hippiemarkt
in Es Cana , abends blieb dann die Küche kalt, es gab ibizenkischen Wein
vom Gut Rich und deftigen Bauernsalat mit ungeschälten Pellkartoffeln und
Thunfisch - gewöhnungsbedürftig !
Der vorletze Segeltag bot wieder bestes Segelwetter, beiWind bis 20 Kn genoss
die Crew die Aussicht auf Tagomago und die nun im nordöstlichen Teil der
Insel steil aufragende Küste , bei grösstenteils HW war heute Didis
Tag am Rohr- selten so viele Halsen geübt ! Gegen 16 h erreichten wir unser
Tageziel- die malerische Bucht von Portinaitx.
Der
letze Segeltag - wir passierten die zu zu 200 m aufragende Norküste mit
ihren bizarren Felsformationen , unterbrochen von bekannten - Benirras mit ihren
von Späthippies bewohnten Felsenhöhlen, Port San Miguel mit seinem
markanten , in den Fels gebauten Hotelanlage -
und unbekanten einsamen Buchten. Leider gab es auch einige qkm verbrannten Pinienwald
zu besichtigen , einer der Hippies von Benirras hatte vergessen, das Feuer vor
seiner Höhle zu löschen
, Das war´`s, ein Törn wie
im Bilderbuch mit nachhaltigen Eindrücken - Dank an die gutaufgelegte Crew-
Gisela und Henk, Doris und Wolfgang, die nicht nur gute erfahrene Segler waren
sondern auch in hervorragender Weise meistens für das leibliche Wohl der
Mannschaft sorgten, und last not least Diethelm (Didi) , der sich als ausgezeichneter
Taucher erwies und auch in 6 Meter Tiefe prüfte, ob unser Anker festenHalt
gefunde hatte. !
Hasta Luego IBIZA !
